2017-Hospizlaufstaffel „die Dritte“ aber nicht die Letzte (Teil 1 von 3)

675 Kilometer! Das ist das stolze Ergebnis unserer Staffelmannschaft dieses Jahr zum Hospizlauf von Koblenz nach Trier.

Okay, dieses Jahr haben wir einige Radfahrerinnen und –fahrer dabei, die rund 83 km zum Ergebnis beisteuern. Außerdem gleitet unsere Inlinerin Andrea 5 Etappen hintereinander auf 8 Rollen dahin und bringt 53 km auf den Asphalt. Es ist eben eine klassische Mannschaftsleistung für einen guten Zweck.

Wir sind stolz nach 2015 mit 576 km, 2016 mit 508 km (+ 400 km Fahrrad/Roland) dieses Jahr 675 Kilometer erreicht zu haben. Ein sehr gutes Ergebnis für unsere TG Staffelmannschaft. Hier das Protokoll im Detail.

Auch wenn das von uns generierte Spendenergebnis nach 2.200 € in 2015 und 2.278 € in 2016 im Moment erst bei knapp 1.655 € liegt, sind wir guter Hoffnung, dass die ein oder andere Spende noch eingehen wird.

Nachfolgend deshalb noch einmal die Angaben der Bankverbindung für all jene, die noch gerne einen Spendenbeitrag leisten möchten:

Hospizlauf Trier
IBAN DE25 5855 0130 0007 0203 99
BIC TRISDE55XXX
Sparkasse Trier

Verwendungszweck: Hospizlauf 2017 / Staffel TG Konz

Link zur Hospizlaufseite (Streckenkarte/Streckengrafik)

So – das sind zunächst die Fakten vorab für all jene, die es im Zeitalter mobiler Medien nicht mehr gewohnt sind, längere Mitteilungen bis zum Ende zu lesen. 😉 

Alle anderen, die einmal etwas mehr zur Organisation und zur Teilnahme an einer Hospizstaffel erfahren und ein wenig in die Atmosphäre des Hospizlaufes eintauchen wollen, lade ich zum Weiterlesen ein. Und damit es selbst für die Liebhaber umfassender Beiträge nicht zu viel des Guten wird, erfolgt der Bericht in drei Teilen über die nächsten Tage verteilt. Hier also der erste Teil …

Vorbereitung

Nachdem klar ist, dass wir uns auch in diesem Jahr wieder beim Hospizlauf mit einer Staffel beteiligen, kann die Planung beginnen.

Ein Neunsitzer-Kleinbus wird wie im letzten Jahr von der Firma Euroline zur Verfügung gestellt. Die Spritkosten können über Tankgutscheine der Freien Tankstelle Wolter finanziert werden. Auch in diesem Jahr stellt die Firma Getränke Peiffer wieder kostenfrei alkoholfreie Getränke in ausreichender Menge zur Verfügung. Vielen Dank an dieser Stelle für diese Sachspenden, die einen wichtigen Grundstock für das Unternehmen „Staffelmannschaft Hospizlauf“ darstellen.

Zwei weitere wichtige Bausteine sind der Organisationsplan für die Staffelmannschaft und das Akquirieren von Kilometer-Sponsoren.

Letzteres ist dieses Mal etwas schwieriger, da das Telefonieren mit den potenziellen Sponsoren auf die Mittagspause beschränkt bleibt. Meist sind diese dann auch in der Pause (Krrrrrr). Knapp 500 € werden im Vorfeld von unseren Sponsoren zugesichert. Von den Ergebnissen der Vorjahre können wir nur träumen.

Nachdem wir bereits im letzten Jahr gute Erfahrungen mit der Verteilung der Staffelteilnehmer auf die 21 Etappen mittels Doodle gemacht hatten, kümmert sich in diesem Jahr unser neuer Abteilungsleiter Dominik darum.

Wie bereits in den beiden Vorjahren liegt das Hauptproblem darin, dass sich die meisten Staffelteilnehmer freitags nicht frei nehmen können, um mit nach Koblenz zu fahren. Sie müssen sich im Prinzip untereinander bzw. mit Hilfe von Doodle selbst organisieren, was die Hinfahrt zur persönlichen Startetappe oder eine eventuelle Rückfahrt betrifft.

Noch am Donnerstag vor dem Lauf sieht es so aus, als ob sich nur 11 Personen an der Staffel beteiligen würden.

Hinzu kommt, dass es sich bei den ersten 13 Abschnitten um die längsten Etappen (8,5 bis 13,2 km/Etappe) des Hospizlaufes handelt, mit einer Gesamtstrecke von rund 140 km.  Die restlichen 8 Etappen (5,6 bis 7,9 km/Etappe) addieren sich zu einer Gesamtlänge von ca. 50 km auf. So wird eine durchgehende Staffel immer unwahrscheinlicher.

Geplant ist, dass Ben, Bea, Silvia und ich als Fahrer mit dem Kleinbus nach Koblenz fahren. Dominik und Andrea wollen arbeitsbedingt mit dem Zug nachkommen.  Außerdem haben unsere Vereinskollegen Marie-Luise, Siggi und Matthias von der Abteilung „Gesundheitslaufen“ zugesagt, separat anzureisen und die 7. Etappe zu laufen.

Jetzt gilt es, Ruhe zu bewahren und realistisch einzuschätzen, ob wir mit diesen genannten Läuferinnen und Läufern die ersten 15 Etappen mit jeweils einer Person mitlaufen können. Bei den angekündigten hochsommerlichen Temperaturen ist das jedoch kaum zu schaffen. Oder doch?

Im Donnerstagstraining, einen Tag vor dem Hospizlauf, gelingt es uns, zusätzlich noch Tesfit, einen unserer eritreischen Lauffreunde, zu überzeugen, mit nach Koblenz zu fahren. Zu diesem Zeitpunkt können wir noch nicht wissen, wie wichtig sein Einsatz für uns werden sollte.

Transfer nach Koblenz

Am Freitagmorgen treffen wir uns um 9:30 Uhr am Konzer Stadion, machen ein paar Fotos, sammeln bei Möbel Martin noch Ben auf, und machen uns dann auf den Weg nach Koblenz zum „Deutschen Eck“, wo um 12:00 Uhr der Start des 14. Hospizlaufes sein soll.

Ben, Silvia, Bea, Tesfit, Reinhold mit Tarnkappe und Tablet kurz vor der Abfahrt nach Koblenz

Gegen 11:30 Uhr erreichen wir das „Deutsche Eck“ in Koblenz. Tesfit, unser eritreischer Lauffreund, ist schon ganz ungeduldig und fragt nach, ob er sich auch schon seinen Sportdress anziehen soll. Aber er ist erst für die zweite Etappe vorgesehen.

Nach dem obligatorischen Gruppenfoto der Hospizlaufstarter auf den Treppenstufen unterhalb des Kaiser-Wilhelm I.-Denkmales am Deutschen Eck wird der Spendenlauf fast pünktlich um 12:05 Uhr gestartet.

1. Etappe: Deutsches Eck -> Winningen / Start 12:00 Uhr / 11,8 km

Von unserer Staffel starten Silvia als Läuferin und Bea mit dem Fahrrad bei über 30 Grad, um die erste 11,8 km lange Etappe zu bewältigen. Heute wird es wichtig sein, viel zu trinken, um diese hochsommerlichen Temperaturen einigermaßen zu kompensieren. Ob alle Teilnehmer daran denken?

Der Tross der zurückgebliebenen Helfer und der Staffelteilnehmer, die für einen späteren Einsatz eingeplant sind, macht sich jetzt mit dem Kleinbus  auf den Weg zum nächsten Etappenstart in Winningen.

In Winningen angekommen, beginnt das übliche Ritual. Das Versorgungs-Wohnmobil von Gisela und Norbert Thome bringt sich an geeigneter Stelle in Position. Giselas Mann ist als Tempoläufer (Oder sollte man besser Tempobremser sagen?) an vorderster Front des Feldes unterwegs. Er sorgt mit anderen Helfern dafür, dass das Tempo von 9 km/Std (6:30 Min/km) eingehalten wird. Dies ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Startzeiten der noch folgenden 20 Etappen eingehalten werden und so das ganze Läuferfeld zusammenbleibt.

Etwa 30 Minuten vor Eintreffen der Spendenläufer beginnt rund um das Wohnmobil ein reges Treiben. Die fleißigen Helfer und Helferinnen rund um Gisela stellen Tische auf, schmieren Schmalzbrote, schnippeln Gurken, Äpfel, Apfelsinen und Bananen und bringen diverse andere Lebensmittel und Süßigkeiten wie Salzbrezeln, Müsliriegel, Nüsse und Kuchen in Position. Darüber hinaus werden die verschiedensten Getränke wie z. B. Sprudel oder auch alkoholfreies Erdinger bereitgehalten.

Läuferbüfett Winningen-Parkplatz / Ziel 1. Etappe

Und dann kommen sie. Unter dem Jubel und dem Applaus der Helfer und der für die nächste Etappe bereitstehenden Läuferinnen und Läufer  stürmen die Teilnehmer der ersten Etappe die Verpflegungsstation und bedienen sich hektisch aber dankbar an dem Läuferbüfett. Es muss schnell gehen, denn die Pausen zwischen Ankunft und Start zur nächsten Etappe bewegen sich in der Regel bei nur ca. 5 Minuten.

Zielverpflegung 1. Etappe in Winningen-Parkplatz

2. Etappe: Winningen -> Lehmen / Start 13:24 Uhr / 9,9 km

Gegen 13:24 Uhr setzt sich das Läuferfeld für die 2. Etappe in Bewegung. Jetzt kommt endlich auch Tesfit als Läufer für unsere Staffel zu seinem Einsatz.

Kaum sind die Läufer auf der Strecke, beginnt der Abbau der mobilen Verpflegungsstation und die Reinigung des Platzes.
Nach getaner Arbeit setzt sich der Begleittross in Richtung Lehmen in Bewegung, wo die Ankunft der Spendenläufer und Spendenfahrer gegen 14:35 Uhr erwartet wird.

Wir haben jetzt noch eine andere Aufgabe zu erfüllen und machen einen Zwischenhalt in Kobern-Gondorf. Dorthin wollte Dominik mit dem Zug fahren, um von uns mitgenommen zu werden.

Er nutzt die Wartezeit, um sich etwas am Moselufer zu erfrischen. Shirt und Schuhe legt er am Ufer ab. Es kommt, wie es kommen musste: Noch während er ein Fußbad nimmt, naht ein größeres Schiff. Leider übersieht Dominik, dass sich eine Welle hinter ihm heranpirscht und droht, seine Schuhe mitsamt Shirt wegzuspülen. Noch gerade so gelingt es ihm, seine Utensilien zu schnappen und sich ans Ufer zu retten. Die durchnässte Hose trocknet schnell und bald können wir uns auf den Weg nach Lehmen machen.

Kurz nach uns kommt ein Feuerwehrfahrzeug und bringt eine Läuferin, die den hohen Temperaturen Tribut zollen musste. Wir sind ganz überrascht, dass es Silvia ist.  Nach knapp 17 gelaufenen Kilometern ging nichts mehr. Sie vermutet, dass sie im Vorfeld und während des Laufes doch zu wenig getrunken hatte. Aber schon bald hat sie sich erholt und hilft Gisela bei der Verpflegung.

Silvi hilft Gisela bei der Zielverpflegung

Als das Feld ankommt, ist Tesfit ganz vorne mit dabei. Nachdem er sich versorgt hat, erzählt er uns ganz aufgeregt, dass jemand dabei ist, der die gesamte Strecke von Koblenz bis Trier laufen möchte.

Tesfit beim Auffüllen der Energiespeicher

Ich spreche kurz mit Martin Müller, der dieses Vorhaben in die Tat umsetzen will, und erfahre von ihm, dass er sich sehr gut fühle. Er bedauere nur, dass sich sonst keiner von seinem Team „Brüderkrankenhaus“ zugetraut hätte, ihn auf dieser langen Distanz zu begleiten.

3. Etappe: Lehmen -> Moselkern / Start  14:38 Uhr / 12,4 km

Bevor sich die Mannschaft wieder in Bewegung setzt, wünschen wir ihm viel Glück bei seinem Unterfangen und erinnern ihn daran, möglichst viel zu trinken.

Martin Müller der hier noch zuversichtlich ist, die gesamte Strecke laufen zu können, mit Tesfit.

Bei der Ankunft in Moselkern sind wir überrascht, dass Tesfit wieder fast Schulter an Schulter mit Martin Müller läuft, der ja die Gesamtdistanz immer noch als Ziel vor Augen hat. Nach einer ausgiebigen Straßendusche signalisiert uns Tesfit, auch die 4. Etappe laufen zu wollen.
Wir fragen uns, was wohl der Grund dafür sein mag ?

Tesfit nimmt in Moselkern eine ausgiebige Strassendusche

4. Etappe: Moselkern  -> Pommern / Start 16:07 Uhr / 8,2 km

Gegen 16:10 Uhr macht er sich gemeinsam mit Ben und den anderen in Richtung Pommern zur 4. Etappe auf.

Da kommt uns ein Verdacht: Bei der Abfahrt in Konz sagten wir ihm, dass der heutige Tag eine gute Gelegenheit sei, bei uns im Bus seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Jetzt fragen wir uns natürlich, was ihn mehr zum Weiterlaufen motiviert. Ist es das gemeinsame Laufen mit Martin Müller an der Spitze des Feldes? Oder ist es unser Vorschlag, bei uns möglichst viel Deutsch zu lernen, der ihn eher davon abhält, mit uns im Bus fahren zu wollen?

Ich nutze die Wartezeit bis zur Ankunft der Läuferschar in Pommern, um herauszufinden, welche Staffeln sonst noch mit dabei sind. Folgende Staffeln konnte ich recherchieren:

Feuerwehr Trier ca. 13 STTN (STTN = Staffelteilnehmer)
Lauffreunde Geichlingen ca. 16 STTN,
LT Olewig ca. 16 STTN,
LT Schweich, LG Meulenwald ca. 16 STTN,
Brüderkrankenhaus ca. 50 STTN,
Papier Mettler, Spiridon Hochwald ca. 16 STTN,
TG Konz ca. 20 STTN.

5. Etappe: Pommern -> Cochem / Start 17:10 Uhr / 8,5 km

Nachdem Tesfit seine dritte Etappe in Folge gelaufen ist und mittlerweile rd. 30 km in den Beinen hat, ist er noch immer gewillt weiterzulaufen. Nur schwer können wir ihn davon überzeugen, dass es jetzt Zeit für eine längere Pause ist. Aber es gelingt uns.

Dafür komme ich jetzt zu meinem Einsatz, denn für die 5. Etappe nach Cochem hatte ich mich eingetragen.

Obwohl ich gerne auch bei etwas höheren Temperaturen laufe, bin ich jetzt froh, als wir zur zusätzlich eingerichteten Getränkestation kommen und nehme dankbar eine Flasche mit warmen Mineralwasser entgegen. Die mittlerweile auf 34 Grad angestiegenen Temperaturen machen auch mir zu schaffen.

6. Etappe: Cochem -> Poltersdorf / Start 18:12 Uhr / 12,8 km

In Cochem steigt Dominik zum ersten Mal ein und übernimmt den virtuellen Staffelstab von mir. Er schickt sich an, die mit 12,8 km zweitlängste Etappe abzuspulen. Sein Ziel „Parkplatz hinter Poltersdorf“ erreicht er und die Laufgemeinschaft gegen 19:40 Uhr.

Dominik an der Verpflegungsstation Parkplatz hinter Poltersdorf

Und hier gibt es immer etwas Besonderes: Es wird gegrillt. Ja, Ihr habt richtig gehört. Auf dem Parkplatz hinter Poltersdorf steigt eine Grillparty. Schwenker, Würstchen und der Nudelsalat sind so lecker, dass der Start der 7. Etappe erst fast 10 Minuten später als geplant erfolgen kann.

Grillstation am Parkplatz hinter Poltersdorf

Unsere drei Vereinskameraden Marie-Luise, Siggi und Matthias vom Gesundheitslaufen sind noch ganz relaxed vor dem Start der 11,7 km langen 7. Etappe. Bea, Silvia und Tesfit sind nach dem Grillen etwas träge und erholen sich auf der Bank. Sie werden ab Bremm wieder im Läufer- und Radlerfeld mit dabei sein.

Die TG Konz-Abteilungen „Gesundheitslaufen“ mit Marie-Luise, Siggi und Matthias (stehend) und „Lauftreff“ mit Tesfit, Silvia, Bea (sitzend) und Ben (hinter der Fahrertür), brennen für den selben Gedanken „Hospizlauf“. Foto Reinhold Büdinger

7. Etappe: Poltersdorf -> Bremm / Start 19:46 Uhr / 11,7 km

Auch in Bremm gibt es jedes Mal eine willkommene Abwechslung, denn hier spielt der ortsansässige Musikverein für uns auf. Auch hier hat sich eine Menge interessierter Bürger eingefunden, um den Hospizlaufteilnehmern für ihren Einsatz für die gute Sache Applaus zu zollen.

Begrüßung durch Musikverein Bremm, Foto Reinhold Büdinger

Leider muss Martin Müller zwischen der 7. und 8. Etappe sein ehrgeiziges Vorhaben, die Strecke von Koblenz nach Trier durchzulaufen, wegen muskulärer Probleme nach fast 80 gelaufenen Kilometern aufgeben.  Schade.

Für ihn ist klar, das er es in 2018 noch einmal mit einer noch besseren Vorbereitung versuchen will.  Die von ihm gelaufene Strecke, die fast zwei Marathons entspricht, ist es allemal wert, ihm einen „Herzlichen Glückwunsch“ auszusprechen!

Teil 2 des Berichts folgt in Kürze … 🙂 

2 Gedanken zu „2017-Hospizlaufstaffel „die Dritte“ aber nicht die Letzte (Teil 1 von 3)“

  1. Hey Reinhold,

    boa klasse! Ein richtig schöner und super Bericht schon bis jetzt! Und das ist erst der erste Teil! Sehr sehr schön gemacht auch mit den Bildern zwischen drin! Weiter so 🙂

    1. Danke Dominik. Vielleicht können wir den ein oder anderen dadurch motivieren, im nächsten Jahr bei unserer Staffel mit zu machen. Bestenfalls erreichen wir auch außerhalb unseres Vereins Läufer-Menschen, die inspiriert durch den dreiteiligen Bericht, sich am Hospizlauf alleine oder auch in einer neuen Staffelmannschaft beteiligen. Im Prinzip war das die Motivation für meinen Bericht.

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